Dr. Shinichi Suzuki (1898 bis 1998)

Es war das Jahr 1933 als es Shinichi Suzuki bewusst wurde, mit welcher Leichtigkeit alle Kinder ihre Muttersprache erlernen. Er begann diese Grundprinzipien des Spracherwerbs auf das Erlernen eines Instrumentes anzuwenden und nannte diese Methode fortan die Muttersprachen-Methode. Elterliche Verantwortung, liebevolle Ermutigung, ständige Wiederholung sind nur einige der besonderen Merkmale der Suzuki-Methode.

Shinichi Suzuki der Erfinder dieser Methode wurde am 17. Oktober 1898 in Nagoya in Japan geboren. Er war eines von insgesamt 12 Kindern. Sein Vater gründete die erste Violinmanufaktur Japans und trotz dieser Tatsache erlernte Suzuki erst mit 17 Jahren das Violinspiel. Es war nicht etwa die Arbeit seines Vaters, das Geige bauen, das ihn inspiriert hätte, zur Violine zu greifen, nein, es war vielmehr eine Aufnahme von Schuberts „Ave Maria“, die ihn faszinierte. Er hörte die Aufnahme des damals berühmten Violinisten Mischa Elman und versuchte das, was er hörte, nachzuahmen. Er war also auch Autodidakt, was das Geigenspiel anbelangt. Einige Jahre später nahm er Violinunterricht in Tokio und mit 22 Jahren ging er nach Deutschland, um sein Geigenstudium fortzuführen. Er studierte acht Jahre mit dem berühmten Lehrer Karl Klingler in Berlin, der von Joseph Joachim ausgebildet wurde.

Nachdem er über zehn Jahre an der Entwicklung seiner speziellen Unterrichtsmethode gearbeitet hatte, gründete er 1945 in Matsumoto in Japan die Talent Education School und hat so den Beweis für seine damals revolutionäre Methodik selbst angetreten. Seine jungen Schüler lernten sehr gut Geige zu spielen. Jedermann war von den Konzerten der jungen Geiger fasziniert.

Kinder machten Suzuki immer besondere Freude und er war sehr interessiert, sie zu unterrichten. Er war fest davon überzeugt, dass Talent und Begabung nicht angeboren waren, sondern dass jedes Kind dies entwickeln könne, wenn es nur entsprechend dem eigenen Wissens- und Entwicklungsstand von liebevollen Eltern und Lehrern gefördert und unterrichtet würde.

Viele Jahre verbrachte Suzuki damit, seine Arbeit in der Muttersprachen-Methode fortzusetzen. Er wählte Musik aus, die die Kinder beim Lernen unterstützte. Er schrieb auch einige Stücke, wie z. B. die Twinkle Variationen, Allegro, Perpetual Motion und Etude. Lehrer aus vielen Ländern kamen nach Japan, um von ihm diese Methode zu erlernen.

Shinichi Suzuki wurden Ehrendoktortitel und Ehrenprofessuren sowie das Bundesverdienstkreuz verliehen. Er war für den Friedensnobelpreis nominiert und aktiv auf der Welt bis ins hohe Alter. Leider hat er die Forschungsergebnisse der letzen Jahre nicht mehr erlebt, denn Shinichi Suzuki starb am 26. Januar 1998 in seinem 100. Lebensjahr in Japan.